Am Donnerstag, den 06.11.2025, besuchte der katholische Religionskurs der Jahrgangsstufe 9 die Ausstellung „Ein unerwartetes Erbe für Warburg – mein liebes Harietchen“ am Warburger Neustadtmarktplatz. Diese handelte von dem jüdischen Ehepaar Reinsberg aus Warburg. Ihre Tochter Hariet verließ Warburg im Jahr 1939 aufgrund der Judenverfolgung. Sie emigrierte nach New York. Hariets einzige Möglichkeit, den Kontakt zu ihren Eltern aufrechtzuerhalten, waren Briefe, welche die Gefühle dieser schweren Zeit widerspiegelten: Hoffnung, Angst und Trauer. Sie erhielt alle Briefe und bewahrte diese ihr Leben lang auf, sprach jedoch nie darüber.
Nachdem Hariet im Jahr 2019 gestorben war, fanden Angehörige die Briefe ihrer Eltern Robert und Emilie Reinsberg. 1942 wurde das Ehepaar in das Warschauer Ghetto deportiert, weshalb die Briefe von Hariet selbst nie gefunden wurden. Dennoch waren sie inhaltlich zu verstehen und Zusammenhänge erkennbar: Eine zerrissene Familie, die sich über gescheiterte Flucht- und Zukunftspläne austauschte, aber weiterhin versuchte, ein „normales“ Leben zu führen und Positives zu berichten. Hariets Tochter, Monica Berger-Moisi, reiste mit ihrem Mann Francis Berger aus Paris an, um an der Ausstellung teilzunehmen und Gespräche mit Besuchern zu führen.
Die Schülerinnen und Schüler nutzen diese Gelegenheit, um mehr aus Hariets Leben und der Geschichte ihrer Familie zu erfahren. Dabei entwickelt sich eine emotionale Unterhaltung, in welcher die Fragen der Schülerinnen und Schüler geklärt wurden. Für die Zukunft gab ihnen Monica Berger-Moïsi mit auf den Weg, offen zu kommunizieren und solidarisch zu handeln.
Charlotte Menne (9b)






